Pflegedokumentation auf dem Tablet, Rezeptanforderungen per KIM, Dienstpläne in der Cloud: In der Pflege läuft heute viel über IT. Dieser Beitrag ist für Sie, wenn Sie einen Pflegedienst, ein Heim oder einen sozialen Träger leiten und Ihre IT ruhig und verlässlich aufstellen wollen, ohne selbst IT-Profi zu werden.
Was die Telematikinfrastruktur für Sie bedeutet
Seit dem 1. Juli 2025 sind Pflegeeinrichtungen verpflichtet, an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen zu sein. Die TI ist das geschützte Datennetz des Gesundheitswesens. Darüber laufen zum Beispiel KIM (Kommunikation im Medizinwesen, also sichere E-Mail zwischen Praxen, Apotheken und Einrichtungen) und Abläufe rund um das E-Rezept. Der erste Schritt ist die Institutionskarte SMC-B, mit der sich Ihre Einrichtung in der TI ausweist.
Für Sie als Leitung heißt das: Es gibt mehr Geräte, mehr Zugänge und mehr Stellen, an denen etwas hängen kann. Ein sauberer Überblick ist deshalb wichtiger als jedes einzelne Gerät.
Typische Stolpersteine im Pflegealltag
- Geteilte Tablets: Mehrere Pflegekräfte nutzen ein Gerät pro Tour oder Wohnbereich. Ohne eigene Anmeldung ist später nicht nachvollziehbar, wer was dokumentiert hat.
- Verlorene Geräte: Ein Smartphone bleibt im Auto oder bei einer Klientin liegen. Ist es nicht verschlüsselt und zentral sperrbar, liegen Gesundheitsdaten offen.
- Schichtbetrieb: Probleme treten auch nachts und am Wochenende auf. Wenn dann niemand weiß, wen man anruft, steht die Dokumentation.
- Viele Programme: Pflegesoftware, Abrechnung, Dienstplan, KIM. Jedes Programm bringt eigene Updates und eigene Zugänge mit.
Fünf praktische Tipps
- Persönliche Zugänge. Jede Pflegekraft meldet sich mit eigenem Konto an, auch auf geteilten Geräten. Das schützt Sie und Ihr Team, weil Einträge eindeutig zugeordnet sind.
- Geräte zentral verwalten. Mit einer Geräteverwaltung (Mobile Device Management, kurz MDM) richten Sie Tablets einheitlich ein, sperren sie aus der Ferne und löschen sie im Notfall.
- Updates planen. Updates für Tablets, PCs und Pflegesoftware laufen am besten regelmäßig und außerhalb der Hauptzeiten. So bleibt der Dienst ungestört.
- Datensicherung prüfen. Sichern Sie Dokumentation und Verwaltungsdaten täglich, mit einer Kopie außer Haus, und testen Sie ab und zu, ob sich die Daten wirklich zurückholen lassen.
- Ansprechpartner festlegen. Legen Sie fest, wer intern bei IT-Fragen zuständig ist und wer extern hilft. Hängen Sie die Nummer dort auf, wo das Team sie auch nachts findet.
Kurz-Check für Ihre Einrichtung
- Hat jede Pflegekraft einen eigenen Zugang, auch auf geteilten Tablets?
- Können Sie ein verlorenes Gerät innerhalb weniger Minuten sperren?
- Wissen Sie, wann die letzte Datensicherung erfolgreich war und ob sie sich zurückspielen lässt?
- Ist Ihre SMC-B beantragt, und weiß das Team, wie KIM-Nachrichten bearbeitet werden?
- Findet auch die Nachtschicht schnell die richtige Nummer, wenn etwas nicht funktioniert?
Wenn Sie bei einer Frage zögern, ist das kein Grund zur Sorge. Es ist einfach ein guter Startpunkt für die nächsten Wochen, und Sie müssen nicht alles auf einmal angehen.
Wie es weitergeht
Wenn Sie wissen wollen, wie das konkret für Ihre Einrichtung aussieht, finden Sie auf unserer Seite IT für Pflege und soziale Träger einen Überblick. Mit ITNG Care kümmern wir uns um Geräteverwaltung, Updates, Backup von Microsoft 365 und Überwachung. Unser Sicherheitsteam behält Ihre Systeme rund um die Uhr im Blick, und Sie können sich auf die Pflege konzentrieren.
