Deine Daten sind geklaut? So reagierst du richtig
„Einem unbefugten Angreifer ist es gelungen, auf in einem IT-System der LMU gespeicherte Stammdaten zu Immatrikulationen zuzugreifen“ So beginnt die offizielle Meldung auf dem News-Portal der LMU.
Was folgt, ist eine Aufzählung an möglichen entwendeten Daten, und das sind nicht wenige: E-Mail-Adressen, Bankdaten, Krankenversicherungsnummern und die gesamte persönliche Identität eines Menschen, der an der LMU immatrikuliert ist oder sein wird.
Meistens liest man von diesen Vorfällen in der Zeitung, sieht Posts auf Social Media, führt ein kurzes Gespräch über das Thema, und dann geht es weiter im Alltag.
Doch was passiert, wenn man selbst derjenige ist, der die E-Mail bekommt? Wenn es Hinweise darauf gibt, dass die eigenen Daten gestohlen wurden? Was sind die Schritte, und wie kann man sich schützen?
Woran erkennt man, dass man betroffen ist?
Bei Informationsdiebstahl wird man als Nutzer:in oft per E-Mail informiert, sobald der Vorfall bekannt wird. Doch nicht immer ist die Sicherheitslücke bereits bekannt.
Identitätsdiebstahl erkennt man als Privatperson auch an Konto-Anmeldungen, Abbuchungen und Bestellungen, an die man sich nicht erinnern kann.
Verdächtige Bewegungen von Cyberkriminellen sind nicht die hohen Abbuchungen über 5.000 € unter dem Betreff „Versicherungsnachzahlung Vollkasko“, sondern kleine Beträge, die kaum auffallen. Hier mal 5 € an „Café Lisel“, da 75 Cent an „Gebühr Shopifi“. Achten Sie auch auf die Rechtschreibung der Posten. Cyberkriminelle haben Zeit und planen ihre Angriffe unauffällig über lange Zeiträume.
Sofortmaßnahmen
Sie hegen den Verdacht, dass Ihre Informationen gestohlen wurden? Oder wurden Sie direkt darüber informiert? Dann gehen Sie so vor:
- Passwörter ändern. Ändern Sie alle Passwörter, die mit dem gehackten Konto zu tun haben. Sind andere Konten auf dieselbe E-Mail-Adresse registriert, ändern Sie auch dort die Passwörter. Haben Sie zum Beispiel in Ihrem Browser Passwörter und Zugänge gespeichert?
- 2-Faktor-Authentifizierung prüfen. Bevor Sie genauer hinschauen, ob Täter:innen tatsächlich Ihr Profil gestohlen haben, ist die Überprüfung der 2-Faktor-Authentifizierung wichtig.
- Profileinstellungen kontrollieren. Schauen Sie auf allen betroffenen Accounts, auch auf unterschiedlichen Websites, Ihre Profileinstellungen durch. Täter:innen ändern manchmal Telefonnummern und E-Mail-Adressen, um die 2-Faktor-Authentifizierung zu umgehen.
- Anmelde-Hinweise ernst nehmen. Die Info-Mail von Microsoft oder anderen Anbietern bei einer Anmeldung mit einem neuen Gerät ist nicht einfach nur nervig. Sie ist einen Blick wert, um zu prüfen, ob nicht jemand gleichzeitig versucht, sich in Ihren Account einzuloggen.
- Überall abmelden. Melden Sie sich überall ab, wo Sie noch angemeldet sind, auch in Tabs oder Fenstern, die Sie gerade nicht nutzen. Sind Sie beim Aufruf einer Seite gleich eingeloggt, zum Beispiel bei Amazon? Melden Sie sich dort aktiv ab.
- Betreiber informieren. Informieren Sie die Betreiber der Website, zum Beispiel Social-Media-Plattformen, über Ihre Beobachtungen.
- Bestellungen und Verträge klären. Nehmen Sie Kontakt zu den Anbietern auf und schildern Sie Ihren Verdacht. Widersprechen Sie Forderungen und verlangen Sie eine Sperrung Ihres Kontos sowie eine Stornierung. Informieren Sie außerdem Ihre Bank.
- Anzeige erstatten. Wenn ein Schaden entsteht, vor allem ein finanzieller: Erstatten Sie Anzeige!
Wie kann man vorbeugen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist?
- Nutzen Sie starke, zufällig generierte Passwörter. Speichern Sie diese nicht im Browser, sondern in einem sicheren Passwortprogramm (z. B. Bitwarden, Vaultwarden oder Keeper). Oder übergeben Sie das Thema an IT NEXT GEN: Mit laufendem Patch-Management, Sicherheitsprüfungen und Monitoring sorgen wir dafür, dass genau solche Lücken erst gar nicht entstehen.
- Nutzen Sie nicht überall die gleichen Nutzernamen und nicht ein Passwort für alles. Auch ein starkes Passwort wird schwächer, wenn man es bei 20 Accounts benutzt.
- Halten Sie Ihre Programme auf dem neuesten Stand und lassen Sie Virenscanner und Firewall aktiv. Ihr Antivirenprogramm informiert Sie über inaktive Einstellungen. Hören Sie darauf.
- Was Sie einem Fremden in der Münchner U-Bahn nicht erzählen würden, sollten Sie auch nicht öffentlich online posten.
Sie möchten jetzt prüfen, ob Ihre Daten sicher sind?
